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Cancer Survivors Day 2017: Trotz Krankheit mitten im Leben

Wie Psychoonkologie Krebspatienten und ihren Familien dabei helfen kann

Dank kontinuierlicher medizinischer Fortschritte leben heute immer mehr Menschen mit der Diagnose Krebs. Doch auch nach erfolgreichem Abschluss der Therapie leiden viele teilweise noch lange unter den körperlichen, seelischen und sozialen Folgen ihrer Erkrankung. Neben guter medizinischer Versorgung sind dann auch begleitende psychoonkologische Unterstützungsangebote gefragt. Kompetente Hilfe finden Ratsuchende bundesweit in den Beratungsstellen der LandesKrebsgesellschaften.

Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft zufolge gibt es derzeit allein in Deutschland mehr als 3,2 Millionen sogenannte „Cancer Survivors“, also Krebsüberlebende. Ihnen will der „Cancer Survivors Day“, der am 1. Juni bereits zum dritten Mal in Berlin stattfindet, eine Stimme geben: Betroffene berichten dann vor Ort von ihrem ganz persönlichen Schicksal, um die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, aber auch, um anderen Krebspatienten Mut zu machen, ihren individuellen Weg zurück ins Leben zu gehen – und sich dazu bei Bedarf auch professionelle Hilfe zu holen.

So wie Marianne Treis aus der Nähe von Wittlich bei Trier. Vor einigen Jahren erkrankte sie mit damals Mitte 50 an einem Pankreaskarzinom, das sofort operiert und ein halbes Jahr lang mit einer Chemotherapie behandelt wurde. Noch während ihrer Anschlussheilbehandlung in der Reha-Klinik in Bad Kreuznach erfuhr die Patientin von dem psychoonkologischen Unterstützungsangebot der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz und vereinbarte einen Gesprächstermin im Beratungszentrum in der Nähe ihres Wohnortes.

Von Anfang an fühlte sich Frau Treis bei der Psychoonkologin Carlita Metzdorf-Klos in guten Händen. Die Leiterin des Trierer Beratungszentrums half ihr dabei, sich in der schwierigen Lebensphase neu zu orientieren – und hatte manchmal auch einfach nur ein offenes Ohr für ihre Klientin. „Für mich war und ist es sehr wichtig, hierher kommen zu können, so wie ich es brauche“, schildert Marianne Treis ihre Erfahrungen. „Insbesondere die persönlichen Gespräche helfen mir sehr bei der Bewältigung meiner Ängste und lassen mich in die Zukunft schauen – obwohl die bei mir ja völlig offen und mit gewissen Risiken behaftet ist.“

Vor etwa drei Jahren erfuhr die mittlerweile 63-Jährige, dass sich an der Lunge Metastasen gebildet hatten. Inzwischen sind auch noch Lebermetastasen hinzugekommen. „Trotzdem kann ich jedem Betroffenen nur raten, sich möglichst informativ mit der Situation auseinanderzusetzen, zu verstehen, was genau abläuft, wo man ansetzen kann – und den Optimismus nie zu verlieren“, bekräftigt Marianne Treis. „Ich weiß, dass das sehr schwer ist. Auch mir fällt das nicht immer leicht. Aber ich denke, die einzige Chance, die wir gegen diese Krankheit haben, ist zu sagen ‚Weißt Du was, Du bist zwar da, aber ich bin stärker als Du und Du lässt mich einfach in Ruhe.‘“

Frau Treis hat sich ganz bewusst dafür entschieden, ihre Geschichte öffentlich zu machen. Sie wollte damit andere Betroffene ermutigen, sich in dieser belastenden Lebenssituation helfen zu lassen. Genau diese Hilfe bieten die bundesweit 128 Anlaufstellen der LandesKrebsgesellschaften. Dort stehen psychoonkologisch geschulte Mitarbeiter für alle Fragen und Probleme bei einer Krebserkrankung zur Verfügung. Die Beratung ist kostenfrei und orientiert sich am jeweiligen Bedarf der Ratsuchenden. Deshalb finden sowohl Erkrankte mit seelischen Problemen oder Belastungen in der Familie, als auch Betroffene mit sozialrechtlichen Fragen hier kompetente Ansprechpartner.


Über die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V.
Die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. wurde 1952 als Verein für an Krebs erkrankte Menschen und deren Angehörige gegründet. Ihr landesweit flächendeckendes Netz zur „Bürgernahen Krebsnachsorge“ umfasst derzeit vier Beratungszentren in Koblenz, Trier, Ludwigshafen und Kaiserslautern sowie knapp 40 temporär besetzte Außenstellen in den jeweiligen Regionen. Ergänzend zur kostenfreien psychoonkologischen Beratung bietet die Krebsgesellschaft ein breites Spektrum an Gruppen, Kursen, Seminaren und Vorträgen mit vielfältigen Anregungen und praktischen Hilfen zur Krankheitsbewältigung sowie zur Förderung einer gesunden Lebensführung an. Die Finanzierung dieser Leistungen erfolgt weitgehend über Spenden.
Spendenkonto: Sparkasse Koblenz | IBAN: DE08 5705 0120 0000 0698 80 | BIC: MALADE51KOB


Über die LandesKrebsgesellschaften
Weder Betroffene noch Angehörige müssen eine Krebserkrankung alleine meistern. Ihnen helfen die 16 LandesKrebsgesellschaften direkt vor Ort mit ihrem bundesweiten Netz. Eine Hauptaufgabe der LandesKrebsgesellschaften ist die psychosoziale Hilfe und Beratung. Dabei steht der Mensch mit seinem psychischen und seelischen Befinden im Mittelpunkt. In 128 ambulanten Krebsberatungsstellen wurden in 2015 mehr als 61.000 Beratungen von qualifizierten Fachkräften durchgeführt – persönlich, vertraulich und kostenfrei.
Zudem engagieren sich die LandesKrebsgesellschaften in der Prävention, bieten bundesweit Kurse, Vorträge und Veranstaltungen an und unterstützen über 1.000 Selbsthilfegruppen in ihrer Arbeit.
Sie fördern Forschungsprojekte, bieten Fort- und Weiterbildung an und kooperieren mit Einrichtungen der onkologischen Versorgung. Als unabhängige Berater setzen sie sich regional in politischen Gremien für die Belange Betroffener ein. Die 16 LandesKrebsgesellschaften sind in der Sektion A der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. organisiert. Sie finanzieren ihre Arbeit hauptsächlich über Spenden.